Pelargonium graveolens. L'Herit.
Vor einiger Zeit wurde von Tetje das Bild einer Pelargonium graveolens eingestellt.
Da mir das Blatt dieser Pflanze als nicht so gesichert vorkam, habe ich 4 Botanische Gärten und 2 mir bekannte Pelargonienliebhaber angeschrieben, ob sie mir gesicherte Bilder dieser Sorte zur Verfügung stellen könnten. Es wollte sich jedoch niemand festlegen und deshalb bleibt mir nur übrig , mich auf die Übersetzung eines Textes aus dem Buch „Pelargoniums“ von D. Miller - (durch eine Freundin) - zu stützen.
Mrs. Miller hat in ihrem Buch „Pelargoniums“ folgendes geschrieben. Text leicht verändert, aus bekannten Gründen ( copyright).
Diese alte und gut bekannte, rosenduftende Pelargoniensorte , welche überall in Europa, England, Amerika gezogen wird, ist in ihrer Namensentwicklung am schwierigsten aufzuklären. Im Jahre 1792 wurde von L’Heritier eine Pflanze illustriert, die er als Pelargonium graveolens bezeichnete. Die auf dieser Tafel abgebildete Pflanze ist morphologisch fast identisch mit der Pflanze, die auch heute in unseren Gärten kultiviert wird und ist mit ziemlicher Sicherheit eine Kreuzung.
Es ist verständlicherweise nicht möglich , Duft und Farbe einer Pflanze anhand eines nicht kolorierten Stiches genau zu vergleichen, aber die Beschaffenheit, die Blattform , Maserung, die Nebenblätter , die Struktur des Blütenstandes, Blütengröße – ihre Form und Zeichnung und das Fehlen von anscheinend fruchtbaren Staubgefäßen ist sehr deutlich zu erkennen.
Diese Kreuzung setzt nicht leicht Samen an. Wenn jedoch gelegentlich fruchtbare Samen gebildet werden, entwickeln sich Pflanzen mit geringen Unterschieden in Blattform und Duft.
Eine deutsche Pelargonien- Spezialgärtnerei listet ca. 15 verschiedene Kultursorten der ‘Graveolens Gruppe‘ auf. Eine dieser Sorten ist ‘Lady Plymouth‘ mit cremefarben umrandeten Blättern - und es ist eine sehr attraktive Sorte.
Diese Sorten sind - lt. Mrs. Miller - mit der ursprünglichen P. graveolens L’Herit. verwand – sie unterscheiden sich in Wuchsform, in der Blattform und dem Duft , aber keine hat fruchtbare Staubgefäße.
In dem Buch ‘ Pelargoniums of South Africa‘ , Bd. III ; Seite 63 ( 1988) ist eine Art als Pelargonium graveolens abgebildet, die man nur in Liebhabersammlungen finden kann und die im nördlichen Teil von SA in Mozambique und Zimbabwe vorkommt. Man kann sich nicht vorstellen, dass sie im späten 18. Jhrh. schon bekannt gewesen sein sollte.
Diese Art hat weiße Blüten, größere Blüten und setzt reichlich Samen an, der gut keimt und gleichartige Pflanzen hervorbringt.
Mrs. Miller ist der Ansicht, dass diese Pflanze eine eigenständige Art darstellt und aus diesem Grunde einen neuen, spezifischen Namen erhalten sollte, um Verwirrungen zu vermeiden.
Dann könnten die Pflanzen, welche seit mehr als 200 Jahren nach den Regeln des ICNCP als Pelargonium graveolens gezogen werden, den alten Namen als Artnamen behalten.
Die von L‘ Heritier illustrierte Pelargonie hat rosenduftende Blätter und wird deshalb zur Gewinnung eines Öles herangezogen, welches das echte, das teuere Rosenöl ersetzt.
Auf der Insel Reunion und auch anderswo ist die Herstellung dieses Öles zu einem enormen wirtschaftlichen Faktor geworden.
Man hat auf Reunion intensive Studien durchgeführt um die ätherischen Öle und die Chromosomenzahl der Pelargonium graveolens L.Herit. zu ermitteln. Auf Grund dieser Analysen geht man davon aus, dass die Eltern der P. ‘Graveolens‘ - Pelargonium capitatum ( 2n= 66) und P. radens ( 2n = 88 ) sind.
Bei den verschiedenen P. graveolens Sorten kann man eine Vielzahl von Gerüchen feststellen, darunter Rose , Zitrus , und Muskatnuss , Kokos, und Minze sowie verschiedene Früchte .
Die kommerziell wichtigsten Sorten sind allerdings diejenigen mit Rosen - Duftnoten.
Bei diesen unterschiedlichen Sorten von Pelargonium ‘Graveolens’ muss man man das bereits vorgestellte Bild im Forum gelten lassen.
Nun kann man auch verstehen, dass sich kein BOGA festlegen wollte.
Sollten mir weitere Fakten bekannt werden, behalte ich mir vor, diese dann nachzutragen.
Für die Übersetzung danke ich : Frau Simone Kauck.
Textbearbeitung : Gast
Quelle: Mrs. Miller „Pelargoniums"
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