Hibiskussamen - Anzucht
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UllaL
Hibiskussamen - Anzucht
Hallo Susy und Hibiskusfreunde,
ich bringe im Frühjahr, ab Mitte Februar bis Anfang Mai, ca. 400 bis 500 Samen in die Erde, davon gehen ca. 90% auf. Davon entwickeln sich aber wieder nur ca. 90% gut, die anderen krepeln gleich zu Anfang und werden entfernt. Dann entwickeln sich über den Sommer/Spätsommer noch mal einige nicht richtig und so reduziert sich das auf eine erträgliche Menge für die Überwinterung, d.h. im Moment stehen 300 kleine Pflanzen bei mir.
Ich habe früher mal einige Samen von Dick Johnson und Charles Atiu aufgezogen, aber diese waren extrem empfindlich in unserem Winter und sind fast alle relativ schnell kaputt gegangen, von Charles stehen gerade mal noch 3 Pfllanzen da, sie wachsen aber extrem langsam, sind nach drei fast vier Jahren erst an die 40cm hoch und verweigern hartnäckig die Blüte.
Ich zeige mal wie das bei mir anfängt mit der Anzucht der Samen und wie es sich dann weiter entwickelt.
Zuerst kommt dabei das Anritzen der Samen, dafür immer ein sehr scharfes Messer nehmen. Samen haben die Form von einem Embryo, oben ein rundes Köpfchen und nach unten hin gehen sie spitz zusammen, da sitzen die Wurzelanlagen. Die Samen werden so unter den Finger gelegt dass das runde Köpfchen hervorschaut und das wird nun angeritzt.
Ich nehme 10er Schalen (10x 4,5cmx4,5cm) für die Samen , und habe diese mit Anzuchterde, die aber nochmals mit Perlite vermischt wurde, aufgefüllt und angegossen, feucht aber nie nass. Die Samen werden dann mit einem dünnen Hölzchen in die Erde gedrückt, ich gebe 4 von einer Sorte in die einzelnen "Töpfchen", so spare ich mir zumindest am Anfang etwas Platz. Wenn alle "Töpfchen" voll sind dann kommt eine Haube drüber und ich stelle sie auf meinen Fußboden im Wintergarten, der hat nämlich Fußbodenheizung und so erspare ich mir die Heizmatte zur Anzucht der Samen.
Nach dem Auflaufen der Samen hin und wieder mal lüften, die Haube kommt aber erst endgültig runter wenn alle Samen das erste richtige Blattpaar entwickelt haben.
Immer aufpassen dass das Substrat nicht austrocknet, aber nur tropfenweise Wasser geben.
Sobald die Sämlinge das erste richtige Blattpaar haben können sie auch im Halbschatten draußen im Garten stehen.
Herzliche Grüße
Ulla
ich bringe im Frühjahr, ab Mitte Februar bis Anfang Mai, ca. 400 bis 500 Samen in die Erde, davon gehen ca. 90% auf. Davon entwickeln sich aber wieder nur ca. 90% gut, die anderen krepeln gleich zu Anfang und werden entfernt. Dann entwickeln sich über den Sommer/Spätsommer noch mal einige nicht richtig und so reduziert sich das auf eine erträgliche Menge für die Überwinterung, d.h. im Moment stehen 300 kleine Pflanzen bei mir.
Ich habe früher mal einige Samen von Dick Johnson und Charles Atiu aufgezogen, aber diese waren extrem empfindlich in unserem Winter und sind fast alle relativ schnell kaputt gegangen, von Charles stehen gerade mal noch 3 Pfllanzen da, sie wachsen aber extrem langsam, sind nach drei fast vier Jahren erst an die 40cm hoch und verweigern hartnäckig die Blüte.
Ich zeige mal wie das bei mir anfängt mit der Anzucht der Samen und wie es sich dann weiter entwickelt.
Zuerst kommt dabei das Anritzen der Samen, dafür immer ein sehr scharfes Messer nehmen. Samen haben die Form von einem Embryo, oben ein rundes Köpfchen und nach unten hin gehen sie spitz zusammen, da sitzen die Wurzelanlagen. Die Samen werden so unter den Finger gelegt dass das runde Köpfchen hervorschaut und das wird nun angeritzt.
Ich nehme 10er Schalen (10x 4,5cmx4,5cm) für die Samen , und habe diese mit Anzuchterde, die aber nochmals mit Perlite vermischt wurde, aufgefüllt und angegossen, feucht aber nie nass. Die Samen werden dann mit einem dünnen Hölzchen in die Erde gedrückt, ich gebe 4 von einer Sorte in die einzelnen "Töpfchen", so spare ich mir zumindest am Anfang etwas Platz. Wenn alle "Töpfchen" voll sind dann kommt eine Haube drüber und ich stelle sie auf meinen Fußboden im Wintergarten, der hat nämlich Fußbodenheizung und so erspare ich mir die Heizmatte zur Anzucht der Samen.
Nach dem Auflaufen der Samen hin und wieder mal lüften, die Haube kommt aber erst endgültig runter wenn alle Samen das erste richtige Blattpaar entwickelt haben.
Immer aufpassen dass das Substrat nicht austrocknet, aber nur tropfenweise Wasser geben.
Sobald die Sämlinge das erste richtige Blattpaar haben können sie auch im Halbschatten draußen im Garten stehen.
Herzliche Grüße
Ulla
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Brigitte Stisser
Re: Hibiskussamen - Anzucht
Ulla, wunderbar Deine Dokumentation der Aussaat.
So richtig genußreich, das Ansehen.
Nur die anzuritzenden Samen weiche ich ein Tag vorher in einer alten Thermoskanne
ein. Mit mittelwarmem Wasser.
Dann rutschen mir die Samenkörnchen nicht so schnell aus den fingern - und gehen auch leichter anzuritzen.
- weil weicher. Und man rutscht mit dem Messer auch nicht so schnell zu tief - die Keimspitzen dürfen ja nicht beschädigt werden.
Aber ich kann mir vorstellen , dass DU es auch so kannst. Ist nur ein Tipp für weniger Geübte.
So richtig genußreich, das Ansehen.
Nur die anzuritzenden Samen weiche ich ein Tag vorher in einer alten Thermoskanne
ein. Mit mittelwarmem Wasser.
Dann rutschen mir die Samenkörnchen nicht so schnell aus den fingern - und gehen auch leichter anzuritzen.
- weil weicher. Und man rutscht mit dem Messer auch nicht so schnell zu tief - die Keimspitzen dürfen ja nicht beschädigt werden.
Aber ich kann mir vorstellen , dass DU es auch so kannst. Ist nur ein Tipp für weniger Geübte.
- Tetje
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Re: Hibiskussamen - Anzucht
Liebe Ulla,
es ist für mich immer wieder ein Hochgenuss deine Beiträge zu lesen.....
es ist für mich immer wieder ein Hochgenuss deine Beiträge zu lesen.....
Viele Grüße
Tetje
„Habt Ehrfurcht vor der Pflanze, alles lebt durch sie!“
Johann Wolfgang von Goethe
Tetje
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- Raphia1012
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Re: Hibiskussamen - Anzucht
Hallo Ulla
Das ist sehr anschaulich,
und macht Lust und Laune.
Viele Grüße Raphia
Das ist sehr anschaulich,
und macht Lust und Laune.
Viele Grüße Raphia
Viele Grüße
Raphia
Raphia
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UllaL
Re: Hibiskussamen - Anzucht
Pelargonia,
Hibiskussamen scheinen eine harte Schale zu haben aber man kann sie zwischen Daumen und Zeigefinger zerdrücken. Ich rate niemanden die Samen einzuweichen, schon gar nicht mehr als eine halbe Stunde, wenn überhaupt. Die Fäulnisgefahr wächst damit überproportional und es ist wirklich nicht notwendig.
Man kann sie nämlich genauso gut ohne anzuritzen in die Erde bringen, dann dauert die Keimung eben etwas länger.
Wenn mal der Schnitt am Köpfchen zu tief gegangen ist kann nicht mehr passieren als dass die Keimblätter kleine Macken zeigen, ist nicht schlimm.
Herzliche Grüße
Ulla
Hibiskussamen scheinen eine harte Schale zu haben aber man kann sie zwischen Daumen und Zeigefinger zerdrücken. Ich rate niemanden die Samen einzuweichen, schon gar nicht mehr als eine halbe Stunde, wenn überhaupt. Die Fäulnisgefahr wächst damit überproportional und es ist wirklich nicht notwendig.
Man kann sie nämlich genauso gut ohne anzuritzen in die Erde bringen, dann dauert die Keimung eben etwas länger.
Wenn mal der Schnitt am Köpfchen zu tief gegangen ist kann nicht mehr passieren als dass die Keimblätter kleine Macken zeigen, ist nicht schlimm.
Herzliche Grüße
Ulla
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UllaL
Re: Hibiskussamen - Anzucht
Raphia,
es gibt noch eine andere Möglichkeit Hibiskussamen anzuziehen, leider habe ich keine eigenen Fotos davon, da ich, als ich diese Methode ausprobierte, noch nicht so versessen auf die Dokumentation war.
Nächstes Jahr werde ich das aber nochmal machen und dann kommen die Fotos.
Man kann die Samen in kleine Joghurtbecher auf feuchtem Küchenkrepp platzieren und dann mit Folie abdecken. Aber auch sie brauchen Wärme, also auf die Heizmatte stellen. Sie beginnen nach kurzer Zeit zu keimen und sich aus der Schale zu lösen. Einige Leute die das so mit ihren Samen machen verfrachten die Samen dann mit der Pinzette in Anzuchterde und lassen sie dann da weiterwachsen.
Für mich ist das nicht die bessere Methode gegenüber der sofortigen Verbringung der Samen in die Erde, ist zu umständlich und die Gefahr dass beim Einsetzen in die Erde die sehr empfindliche kleine Wurzel bricht zu groß.
Aber für das DGF werde ich mich nächstes Jahr nochmal zu dieser Art der Aussaat aufraffen ....
Herzliche Grüße
Ulla
es gibt noch eine andere Möglichkeit Hibiskussamen anzuziehen, leider habe ich keine eigenen Fotos davon, da ich, als ich diese Methode ausprobierte, noch nicht so versessen auf die Dokumentation war.
Nächstes Jahr werde ich das aber nochmal machen und dann kommen die Fotos.
Man kann die Samen in kleine Joghurtbecher auf feuchtem Küchenkrepp platzieren und dann mit Folie abdecken. Aber auch sie brauchen Wärme, also auf die Heizmatte stellen. Sie beginnen nach kurzer Zeit zu keimen und sich aus der Schale zu lösen. Einige Leute die das so mit ihren Samen machen verfrachten die Samen dann mit der Pinzette in Anzuchterde und lassen sie dann da weiterwachsen.
Für mich ist das nicht die bessere Methode gegenüber der sofortigen Verbringung der Samen in die Erde, ist zu umständlich und die Gefahr dass beim Einsetzen in die Erde die sehr empfindliche kleine Wurzel bricht zu groß.
Aber für das DGF werde ich mich nächstes Jahr nochmal zu dieser Art der Aussaat aufraffen ....
Herzliche Grüße
Ulla
- Susy
- Beiträge: 146
- Registriert: Do 1. Nov 2012, 23:34
- Bundesland: Bayern
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- Klimazone: 7a
Re: Hibiskussamen - Anzucht
Wie lange bzw. wie gross sollen die Sämlinge auf dem Küchenkrepp sein, bevor man sie eintopft?
Fröhlicher Gruss von
Susy
Was wäre die Welt ohne Pflanzen und Tiere?
Susy
Was wäre die Welt ohne Pflanzen und Tiere?
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UllaL
Re: Hibiskussamen - Anzucht
Susy,
die Freunde aus Brasilien machen das gleich nachdem sich der Sämling gestreckt hat, also sobald die Schale abgefallen ist. Da sind die Keimblätter noch nicht entfaltet und weiß.
Herzliche Grüße
Ulla
die Freunde aus Brasilien machen das gleich nachdem sich der Sämling gestreckt hat, also sobald die Schale abgefallen ist. Da sind die Keimblätter noch nicht entfaltet und weiß.
Herzliche Grüße
Ulla
- Raphia1012
- Beiträge: 4844
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Re: Hibiskussamen - Anzucht
Hallo Ulla
Danke, für den Tipp.
Ich würde es mit Anzuchterde versuchen.
Bei Stecklingsvermehrung hatte ich bisher keine Probleme.
So wie es aussieht, komme ich um Hibiskus nicht mehr herum.
Du hast ganze Arbeit geleistet.
Viele Grüße Raphia
Danke, für den Tipp.
Ich würde es mit Anzuchterde versuchen.
Bei Stecklingsvermehrung hatte ich bisher keine Probleme.
So wie es aussieht, komme ich um Hibiskus nicht mehr herum.
Du hast ganze Arbeit geleistet.
Viele Grüße Raphia
Viele Grüße
Raphia
Raphia
- Susy
- Beiträge: 146
- Registriert: Do 1. Nov 2012, 23:34
- Bundesland: Bayern
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- Klimazone: 7a
Re: Hibiskussamen - Anzucht
die Wurzeln sind aber dann wie Glas...ich bedecke die Samen nur minimal und dann liegen dann auch öfters so Keimlinge rum. Mit einer ruhigen Hand und lockerem Substrat kann man sie aber gut pikieren-UllaL hat geschrieben:Susy,
die Freunde aus Brasilien machen das gleich nachdem sich der Sämling gestreckt hat, also sobald die Schale abgefallen ist. Da sind die Keimblätter noch nicht entfaltet und weiß.
Herzliche Grüße
Ulla
Deine Aussaaten sind dann vorwiegend deine eigenen Kreuzungen?
Fröhlicher Gruss von
Susy
Was wäre die Welt ohne Pflanzen und Tiere?
Susy
Was wäre die Welt ohne Pflanzen und Tiere?