Im Paradiesgarten blüht der Löwe von Yakutsajischi
Verfasst: Di 9. Sep 2014, 15:09
Baumpaeonien sind der Traum vieler Gartenbesitzer. Zwar sind die Pflanzen nicht gerade im preiswerten Segment zu finden, aber dafür garantieren sie unvergleichliche Blütenpracht und Langlebigkeit. Jeder kann sie haben, sie sind winterhart und der Hit im Staudengarten. Eines allerdings sollte man beherzigen: Hier gilt wie überall die gärtnerische Weisheit - am besten kauft man beim Fachmann!
Ich hatte Gelegenheit, den Garten von Wilhelm Stumme in Eimbeckhausen, bei Bad Münder mit viele Paeonien-Raritäten, aber auch weniger kostbaren Sammlerobjekten zu besuchen. Insgesamt 160 Exemplare hat der rüstige Rentner gesammelt. Er beteiligt sich seit Jahren an der niedersachenweiten Aktion „Offene Gartenpforte“ und möchte die verholzende Pfingstrose jedem Gartenfreund ans Herz legen. „Ich habe meine Sortiment stetig erweitert und vor zwölf Jahren damit angefangen“, erklärt er stolz. Klangvolle Namen wie Hatsugarasu, Löwe von Yakutsajischi, Ephigenia, Black Piwels, Haku Unaku stehen auf den Schildern, die er in einer Behindertenwerkstatt aus Schieferresten hat anfertigen und dann selbst beschriftet hat. Zuerst blühen bei ihm die japanischen Sorten, schon bald danach aber auch die Amerikaner. Unter seinen Exemplaren sind auch chinesische und japanische Pflanzen, die in ihrer Ursprungsform fast 2000 Jahre alt sind. „China ist das Land, aus dem Mönche die Baumpaeonien nach Japan gebracht haben. Von hier aus fanden die oft mehr als 20 Zentimeter im Durchmesser zählenden Blumen weltweite Liebhaber,“ berichtet Wilhelm Stumme. Manche Exemplare sind aus Samen gezogen, die herkömmliche Art aber ist das Pfropfen auf einer normalen Staudenpfingstrose. Es gibt einige hundert Sorten, darunter die robuste Art der Paeonia rockii. Sie ähnelt der Mohnblüte. Strauchpäonien zeigen in der Mitte meistens einen dunklen Fleck, den man Basalfleck nennt. Sie sind besonders starkwüchsig, haben aber meistens ungefüllte Blüten. Die verholzenden Strauch/Baumpäonien können uralt werden und eine Höhe von drei Meter erreichen. Alle Sorten benötigen einen sonnigen bis leicht schattigen Standort, der Boden sollte im günstigsten Fall lehmhaltig sein, aber diese Blumen gedeihen auch an jedem anderen Standort. Staunässe allerdings ist ein Problem. Man pflanzt sie so, dass die Veredlungsstelle gut zehn Zentimeter unter der Erde liegt. Man kauft Pflanzen am besten zweijährig, pflanzt im Herbst und hat schon im kommenden Frühjahr eine Blütenpracht.
In den Bauerngärten, wie man sie früher angelegt hat, durften Pfingstrosen nicht fehlen. So ist es für Wilhelm Stumme nicht verwunderlich, dass häufig Landfrauen kommen, um sich seinen Garten anzusehen, Erfahrungswerte einholen und schon wenig später selbst das eine oder andere Exemplar besitzen. Von weiss bis dunkelrot gibt es alle Farben und neben den hochgezüchteten großblütigen Pflanzen, auch Wildformen. Alle sind robust und benötigen kaum Pflege. Man schneider sie ungern und wenn es trockene Halme gibt, werden lediglich diese entfernt. Im zeitigen Frühjahr und bei viel Feuchtigkeit können die Sträucher an einzelnen Ästen Brotytis ( Grauschimmel) bekommen. Dann welken die Blätter. Die Pflanze mit ihrem Wurzelbereich ist jedoch nicht oder kaum geschädigt. Man schneidet bis ins Altholz ab und der Fall ist erledigt. Die Päonien werden mit jedem Jahr blühfreudiger und Exemplare mit mehr als 30 Blüten sind späterhin keine Seltenheit. Im Unterschied zu den Pfingstrosen, wie man sie herkömmlich kennt, werfen die Strauchpäonien das Laub im Herbst ab, die Pfingstrosen ziehen sich hingegen in die Erde zurück. Auch das Blattwerk der Strauchpaeonien hat einen besonderen Zierwert und ist es auffallend, wenn diese Pflanze solitär steht. Setzt man mehrere beieinander, ist es ratsam einen Abstand von 1,20 Meter zu beachten. In bester Blüte stehen alle Paeonien zur Pfingstzeit. Vermutlich daher haben die Pfingstrosen auch ihren Namen, wobei die Blüte an die Rose erinnert.
Schnell wird man vom Liebhaber dieser stark duftenden Stauden zum Fan und Sammler. Die Preise schwanken zwischen 17 und 200 Euro. Wer sich intensiver mit Baumpaeonien und Pfingstrosen allgemein beschäftigen will, kommt an Fachliteratur – so Walter Stumme – nicht vorbei. Das Buch „Pfingstrosen“, von Jean-Luc Reviere ist ein umfassendes Werk. Für den Einstieg in das Hobby reicht aber auch das Buch „Strauch-Pfingstrosen“ von Irmtraud Rieck und Friedrich Hertle. Man bekommt die Literatur in jeder Buchhandlung.
Fotos für die Veröffentlichung, mit freundlicher Erlaubnis durch Wilhelm Stumme!
Ich hatte Gelegenheit, den Garten von Wilhelm Stumme in Eimbeckhausen, bei Bad Münder mit viele Paeonien-Raritäten, aber auch weniger kostbaren Sammlerobjekten zu besuchen. Insgesamt 160 Exemplare hat der rüstige Rentner gesammelt. Er beteiligt sich seit Jahren an der niedersachenweiten Aktion „Offene Gartenpforte“ und möchte die verholzende Pfingstrose jedem Gartenfreund ans Herz legen. „Ich habe meine Sortiment stetig erweitert und vor zwölf Jahren damit angefangen“, erklärt er stolz. Klangvolle Namen wie Hatsugarasu, Löwe von Yakutsajischi, Ephigenia, Black Piwels, Haku Unaku stehen auf den Schildern, die er in einer Behindertenwerkstatt aus Schieferresten hat anfertigen und dann selbst beschriftet hat. Zuerst blühen bei ihm die japanischen Sorten, schon bald danach aber auch die Amerikaner. Unter seinen Exemplaren sind auch chinesische und japanische Pflanzen, die in ihrer Ursprungsform fast 2000 Jahre alt sind. „China ist das Land, aus dem Mönche die Baumpaeonien nach Japan gebracht haben. Von hier aus fanden die oft mehr als 20 Zentimeter im Durchmesser zählenden Blumen weltweite Liebhaber,“ berichtet Wilhelm Stumme. Manche Exemplare sind aus Samen gezogen, die herkömmliche Art aber ist das Pfropfen auf einer normalen Staudenpfingstrose. Es gibt einige hundert Sorten, darunter die robuste Art der Paeonia rockii. Sie ähnelt der Mohnblüte. Strauchpäonien zeigen in der Mitte meistens einen dunklen Fleck, den man Basalfleck nennt. Sie sind besonders starkwüchsig, haben aber meistens ungefüllte Blüten. Die verholzenden Strauch/Baumpäonien können uralt werden und eine Höhe von drei Meter erreichen. Alle Sorten benötigen einen sonnigen bis leicht schattigen Standort, der Boden sollte im günstigsten Fall lehmhaltig sein, aber diese Blumen gedeihen auch an jedem anderen Standort. Staunässe allerdings ist ein Problem. Man pflanzt sie so, dass die Veredlungsstelle gut zehn Zentimeter unter der Erde liegt. Man kauft Pflanzen am besten zweijährig, pflanzt im Herbst und hat schon im kommenden Frühjahr eine Blütenpracht.
In den Bauerngärten, wie man sie früher angelegt hat, durften Pfingstrosen nicht fehlen. So ist es für Wilhelm Stumme nicht verwunderlich, dass häufig Landfrauen kommen, um sich seinen Garten anzusehen, Erfahrungswerte einholen und schon wenig später selbst das eine oder andere Exemplar besitzen. Von weiss bis dunkelrot gibt es alle Farben und neben den hochgezüchteten großblütigen Pflanzen, auch Wildformen. Alle sind robust und benötigen kaum Pflege. Man schneider sie ungern und wenn es trockene Halme gibt, werden lediglich diese entfernt. Im zeitigen Frühjahr und bei viel Feuchtigkeit können die Sträucher an einzelnen Ästen Brotytis ( Grauschimmel) bekommen. Dann welken die Blätter. Die Pflanze mit ihrem Wurzelbereich ist jedoch nicht oder kaum geschädigt. Man schneidet bis ins Altholz ab und der Fall ist erledigt. Die Päonien werden mit jedem Jahr blühfreudiger und Exemplare mit mehr als 30 Blüten sind späterhin keine Seltenheit. Im Unterschied zu den Pfingstrosen, wie man sie herkömmlich kennt, werfen die Strauchpäonien das Laub im Herbst ab, die Pfingstrosen ziehen sich hingegen in die Erde zurück. Auch das Blattwerk der Strauchpaeonien hat einen besonderen Zierwert und ist es auffallend, wenn diese Pflanze solitär steht. Setzt man mehrere beieinander, ist es ratsam einen Abstand von 1,20 Meter zu beachten. In bester Blüte stehen alle Paeonien zur Pfingstzeit. Vermutlich daher haben die Pfingstrosen auch ihren Namen, wobei die Blüte an die Rose erinnert.
Schnell wird man vom Liebhaber dieser stark duftenden Stauden zum Fan und Sammler. Die Preise schwanken zwischen 17 und 200 Euro. Wer sich intensiver mit Baumpaeonien und Pfingstrosen allgemein beschäftigen will, kommt an Fachliteratur – so Walter Stumme – nicht vorbei. Das Buch „Pfingstrosen“, von Jean-Luc Reviere ist ein umfassendes Werk. Für den Einstieg in das Hobby reicht aber auch das Buch „Strauch-Pfingstrosen“ von Irmtraud Rieck und Friedrich Hertle. Man bekommt die Literatur in jeder Buchhandlung.
Fotos für die Veröffentlichung, mit freundlicher Erlaubnis durch Wilhelm Stumme!