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Hibiscus rosa-sinensis var. cooperi Nichols.
Verfasst: Di 26. Nov 2013, 12:05
von Tetje
Hallo zusammen,
diese Art habe ich in einer Sammlung im Ruhrgebiet gesehen.
Auf dem Hinweisschild stand:
Hibiscus rosa-sinensis var. cooperie Nichols.
Nur in Kultur bekannt!
Panaschierung der Blätter durch Plastiden-Entmischung.
Wie denkt ihr darüber und gibt es diese Art überhaupt?
Re: Hibiscus rosa-sinensis var. cooperie Nichols.
Verfasst: Di 26. Nov 2013, 20:32
von Martin
Hallo Tetje,
dies ist eine "Unglückliche Namensvergabe". Normalerweise würde man als Varietät einen ich sage mal Sport
bezeichnen, der innerhalb einer Art ein
wenig abwandelt. Als Beispiel nenne ich hier Datura
stramonium var.
tatula. Ein lila-blütiger Sämling aus dem Gewöhnlichen Stechapfel (D.
stramonium ). Ich war ganz stolz ihn zu besitzen. Nachdem die Pflanze abstarb, säte ich den Samen im Jahr darauf aus, jedoch brachte der Samen nur weisse Sämlinge hervor. Fazit was ich gelernt hatte; eine Varietat kann sich nach der
Aussaat verlieren. Den umgekehrten Fall beobachtete ich übrigens bei Allium
carinatum ssp. pulchellum (Schöner Lauch), der nach einer Aussaat zum Teil Sämlinge hervorbrachte mit Zwiebeln im Blütenstand.
Dagegen einen "Weissen genetischen Defekt" vom Hibiskus als Art zu bezeichnen, (der zudem nie in freier Natur zu finden wäre) entzieht sich völlig meiner Kenntnis.

Wo kämen wir hin, bei allen panaschierten Hostas ein var. ..... anzuhängen.

Re: Hibiscus rosa-sinensis var. cooperie Nichols.
Verfasst: Di 26. Nov 2013, 21:15
von RosaRot (unerwünscht)
Die Art ist Hibiscus rosa-sinensis.
'Cooperi' ist eine panaschierte Varietät. Außer dieser gibt es weitere panaschierte ähnlich aussehende H. rosa-sinensis, z.B. 'Rose Flake".
Gefunden wurde diese Varietät in Neukaledonien durch Sir Daniel Cooper und durch ihn nach England importiert, Mitte des 19.Jh. Andere Quellen sprechen von einem Fundort in Südaustralien. Inwieweit 'Cooperi' durch gezielte Züchtung entstanden oder evtl. natürlichen Ursprunges ist (Mutation) ist bis heute ungeklärt, wie so vieles in der Welt der H. rosa-sinensis. Im 19. Jh. waren gerade diese und andere ähnlich panaschierte Sorten sehr populär und wurden gern als Kübelpflanze gehalten.
Die Bezeichnung Hibiscus rosa-sinensis var. cooperi ist also völlig richtig, vielleicht ein bißchen veraltet, heute schreibt man meist Hibiscus rosa-sinensis "Cooperi" (falls das nicht auch schon wieder veraltet ist.)
Eine problemlose Pflanze, bei zusagenden Bedingungen leicht zu halten. Darf im Winter nicht zu kalt stehen, sonst wirft sie die Blätter.
Re: Hibiscus rosa-sinensis var. cooperie Nichols.
Verfasst: Di 26. Nov 2013, 22:01
von Martin
RosaRot hat geschrieben: heute schreibt man meist Hibiscus rosa-sinensis "Cooperi"
Hallo Rosarot,
diese Schreibweise ist meiner Meinung nach richtig, da hier der Sortenstatus offensichtlich ist. Es gibt viele andere Stauden, denen gerne mal ein Varietät - Anhang zugeschrieben wird. Viele Sachen werden für mich unerklärlich bleiben. Ein gutes Beispiel hierfür ist Scharlock`s Schneeglöckchen, das ebenfalls als Varietät geführt wird. Es kommt in freier Natur vor, vermehrt sich auch dort, seit über hundert Jahren. Aber wenn eine Eigenschaft (in dem Fall das gespaltene Hochblatt dieses Galanthus) über Generationen dauerhaft stabil vererbt wird, warum wird dieses Galanthus nicht als eigenständige Art anerkannt?

Re: Hibiscus rosa-sinensis var. cooperie Nichols.
Verfasst: Mi 27. Nov 2013, 07:46
von Admina
Wenn dann aber mit einfachen Anführungszeichen und warum sollte es sich nun um eine Sorte handeln?
Re: Hibiscus rosa-sinensis var. cooperie Nichols.
Verfasst: Mi 27. Nov 2013, 09:02
von Martin
Hallo Admin,
habe ich oben übersehen

, danke Du hast vollkommen recht.

Re: Hibiscus rosa-sinensis var. cooperie Nichols.
Verfasst: Mi 27. Nov 2013, 15:30
von Tetje
Rosarot, vererbt sich die Panschierung?

Re: Hibiscus rosa-sinensis var. cooperie Nichols.
Verfasst: Mi 27. Nov 2013, 17:33
von Martin
Admin hat geschrieben: ...warum sollte es sich nun um eine Sorte handeln?
Hallo Admin,
hier ist meine Definition von einer Sorte.
Eine Sorte ist meiner Meinung nach eine vom Menschenhand als solches befundene Individuum, das von der ursprünglichen Art in ihren Merkmalen abweicht. Vom Menschen wurden diese Sorten entweder gezüchtet (durch Aussaat, Kreuzung) oder selektiert (gefundene Mutationen wie Panaschierung, Blattumwandlungen, Blütendeformationen etc.). Diese Merkmale verschwinden aber oftmals bei Vermehrung durch Aussaat. (Sofern überhaupt Samen ausgebildet wird). In der Natur haben Pflanzen mit starker Panaschierung oder Blütenfüllung wenig Nischen um zu Überleben. In der Natur sind mir keine „panaschierten oder gefüllt-blühende Pflanzen“ bekannt. Daher verschwinden Sämlinge mit solchen Mutationen oftmals nach einiger Zeit. Ein gutes bsw. hierfür ist die Hosta `White Trouble´, ein H. `undulata´ Sport, mit im Austrieb reinweissen Blättern. In der Natur wäre also diese Sorte nicht überlebensfähig, Ihre Blätter würden innerhalb kurzer Zeit in der Sonne verbrennen.
Eine Sorte die sich generativ (durch Samen) vermehrt verliert in den meisten Fällen die Eigenschaften ihrer Eltern. Natürlich mag es hierbei auch Ausnahmen geben. Viele samenechte Tomatensorten. Aber auch hier kommt es nach einigen Jahren bei Verwendung des geernteten Tomaten-Samens zu einem Verschwinden von Eigenschaften der Elternsorte.
Re: Hibiscus rosa-sinensis var. cooperie Nichols.
Verfasst: Mi 27. Nov 2013, 20:29
von RosaRot (unerwünscht)
Tetje hat geschrieben:Rosarot, vererbt sich die Panschierung?

Das kann ich nicht beantworten, ich habe von dieser Pflanze nie Samen ausgesät und kenne
keine Versuche darüber. Laut Mendelschen Gesetzen müsste sie sich aber wenigstens teilweise vererben.
Re: Hibiscus rosa-sinensis var. cooperie Nichols.
Verfasst: So 1. Dez 2013, 19:50
von Tetje
Wir haben internationale Regeln und die sind und waren eindeutig.
Fazit ist, dass es sich hier um keine Art(Wildform)handelt, auch stimmt
die neuerliche Schreibweise nicht.