Hibiscus storckii Scheinen
Verfasst: Do 30. Mai 2013, 12:21
Hallo,
ich möchte gern eine weitere Wildart hier vorstellen, auch wenn der Art-Status umstritten ist.
Es ist Hibiscus storckii, beschrieben von Berthold Seemann 1861. Natürliches Vorkommen bis heute nicht mehr ermittelt, beschrieben ist er von Fidjii.
Diese Art hat Berthold Seemann nach seinem Assistenten Jacob Storck benannt. Sie erschien ihm so eigenständig, dass er ihr Art-Status zuerkannt hat. Er ging dabei unter anderem auf die Wuchsform und die Blütenfarbe ein.
Viele halten H. storckii nicht für eine echte Art, sondern für eine frühe Hybride von H. rosa-sinensis. Unklarheit besteht wohl vor allem, weil die Art in der Natur nicht mehr aufgefunden wurde und es wenig beziehungsweise kein gesichertes Material in Kultur gibt. Über Herbarbelege habe ich bisher auch nichts gelesen. So ist also fraglich, welche ‚Art‘ Berthold Seemann 1861 vor Augen hatte und ob diese noch heute in Kultur ist.
Andererseits habe ich so um 1995 meine Pflanze aus dem botanischen Garten in Hannover (Berthold Seemann kam aus Hannover) als H. storckii erhalten, war damals allerdings noch nicht vertraut genug mit der Geschichte um nach dessen Herkunft zu fragen. Im botanischen Garten Hamburg wird auch eine Pflanze dieser Art als H. storckii kultiviert. Ebenso taucht in einem Bericht von Hibiscus International von 2004 ein Bild eben dieser Pflanze von J. F. Giraud aus dem Jahr 2002 als Hibiscus storckii auf. Auch ein kommerzieller Anbieter aus den USA zeigt Bilder von H. storckii, die dem von mir gepflegten Hibiskus entsprechen. Die Quelle soll Saatgut sein. Und es wird dort darauf hingewiesen, dass Kew Botanical Gardens Stecklingsmaterial von B. Seemann bekommen habe und diese Pflanzenart bis heute erhalten konnte.
Was meines Wissens für einen Art-Status spricht, ist die Tatsache, dass H. storckii leicht Samen ansetzt und die daraus aufgezogenen Pflanzen im Aussehen wieder genau der Mutterpflanze entsprechen. (Wenn es auch länger dauert als bei Stecklingen, bis sie blühen) Bei einer Hybride ginge ich von einer Aufspaltung aus, wenn ich da nicht auf dem Holzweg bin. Bin ich?
Vielleicht weiß ja hier jemand, wie es zu dieser plötzlichen ‚Identifizierung‘ kam. Jedenfalls findet man zurzeit im Internet unter H. storckii meist Bilder des von mir gepflegten Hibiskus, das war vor ein paar Jahren noch nicht so.
Auf jeden Fall ein Hibiskus, der mir gut gefällt, leicht wächst und reichlich blüht. Vermehrung ist über Stecklinge gut möglich. Der Winter wird im geheizten Zimmer trotz wenig Licht und kühler Fensterbank gut überstanden.
Die Blüten sind für eine Wildform relativ groß, je wärmer es ist, desto größer. Sie halten, wie wohl bei den meisten, einen Tag, selten zwei (wenn es kühler ist). Und er wird, regelmäßig geschnitten, nicht zu groß.
Ich halte ihn in normalem TKS bei regelmäßiger und guter Düngung.
Viele Grüße
Holger
ich möchte gern eine weitere Wildart hier vorstellen, auch wenn der Art-Status umstritten ist.
Es ist Hibiscus storckii, beschrieben von Berthold Seemann 1861. Natürliches Vorkommen bis heute nicht mehr ermittelt, beschrieben ist er von Fidjii.
Diese Art hat Berthold Seemann nach seinem Assistenten Jacob Storck benannt. Sie erschien ihm so eigenständig, dass er ihr Art-Status zuerkannt hat. Er ging dabei unter anderem auf die Wuchsform und die Blütenfarbe ein.
Viele halten H. storckii nicht für eine echte Art, sondern für eine frühe Hybride von H. rosa-sinensis. Unklarheit besteht wohl vor allem, weil die Art in der Natur nicht mehr aufgefunden wurde und es wenig beziehungsweise kein gesichertes Material in Kultur gibt. Über Herbarbelege habe ich bisher auch nichts gelesen. So ist also fraglich, welche ‚Art‘ Berthold Seemann 1861 vor Augen hatte und ob diese noch heute in Kultur ist.
Andererseits habe ich so um 1995 meine Pflanze aus dem botanischen Garten in Hannover (Berthold Seemann kam aus Hannover) als H. storckii erhalten, war damals allerdings noch nicht vertraut genug mit der Geschichte um nach dessen Herkunft zu fragen. Im botanischen Garten Hamburg wird auch eine Pflanze dieser Art als H. storckii kultiviert. Ebenso taucht in einem Bericht von Hibiscus International von 2004 ein Bild eben dieser Pflanze von J. F. Giraud aus dem Jahr 2002 als Hibiscus storckii auf. Auch ein kommerzieller Anbieter aus den USA zeigt Bilder von H. storckii, die dem von mir gepflegten Hibiskus entsprechen. Die Quelle soll Saatgut sein. Und es wird dort darauf hingewiesen, dass Kew Botanical Gardens Stecklingsmaterial von B. Seemann bekommen habe und diese Pflanzenart bis heute erhalten konnte.
Was meines Wissens für einen Art-Status spricht, ist die Tatsache, dass H. storckii leicht Samen ansetzt und die daraus aufgezogenen Pflanzen im Aussehen wieder genau der Mutterpflanze entsprechen. (Wenn es auch länger dauert als bei Stecklingen, bis sie blühen) Bei einer Hybride ginge ich von einer Aufspaltung aus, wenn ich da nicht auf dem Holzweg bin. Bin ich?
Vielleicht weiß ja hier jemand, wie es zu dieser plötzlichen ‚Identifizierung‘ kam. Jedenfalls findet man zurzeit im Internet unter H. storckii meist Bilder des von mir gepflegten Hibiskus, das war vor ein paar Jahren noch nicht so.
Auf jeden Fall ein Hibiskus, der mir gut gefällt, leicht wächst und reichlich blüht. Vermehrung ist über Stecklinge gut möglich. Der Winter wird im geheizten Zimmer trotz wenig Licht und kühler Fensterbank gut überstanden.
Die Blüten sind für eine Wildform relativ groß, je wärmer es ist, desto größer. Sie halten, wie wohl bei den meisten, einen Tag, selten zwei (wenn es kühler ist). Und er wird, regelmäßig geschnitten, nicht zu groß.
Ich halte ihn in normalem TKS bei regelmäßiger und guter Düngung.
Viele Grüße
Holger