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Werden Hibisken chemisch gestreckt?

Verfasst: Mi 8. Mai 2013, 21:50
von Tetje
Hallo zusammen,

nach den gezielten und fachlich sehr hochwertigen Informationen durch Ulla,
bin ich sehr vorsichtig mit der Auswahl von Hibisken über Unbekannte geworden. 8-)

Da ich ein Fan der Farbe gelb bin, konnte ich bei dem Hibiskus einfach nicht nein sagen,
da ich nur den EK-Preis bezahlen musste, war der Preis für mich OK.
Der Hibiskus ist nicht veredelt worden und der "Stamm" ist relativ dick.
Die produzierenden Betriebe haben nicht die Zeit um einen Stamm von dieser Größe in relativ natürlicher
Kultur entwickeln zu lassen.

Hier stelle ich mir die Frage, wie ist das Möglich?

Wird hier chemisch nachgeholfen, damit sich die Pflanze in relativ kurzer Zeit streckt?

Re: Werden Hibisken chemisch gestreckt?

Verfasst: Mi 8. Mai 2013, 22:16
von Brigitte Stisser
Ja, Tetje, es gibt Phyto -Hormone, die anfangs ein Längenwachtum bewirken und dann, wenn die endgültig gewünschte Höhe erreicht ist wird - ebenfalls durch Hormone dieser Prozess wieder unterbrochen - und ein
ein Verzweigen der Krone = Kronenbildung erzwungen.
Das Längenwachstum - bzw. das vegetative Wachstum kann auch durch eine CO 2 Athmospäre forciert werden.
Und die Blüteninduktion dann wieder durch unterbrochene Belichtungszeiten, durch wechselnde Kurz / Langtagsbehandlungen und noch so einige Tricks - wiederum Hormone - bewerkstelligt werden. Was im Momant aktuell ist, weiß ich nicht.
Das ist ein Thema ohne Ende. Wenn man als Laie wüßte, was alles mit Chemie bewerkstelligt wird, die armen Pflanzen täten einem leid.Und niemand weiß genau, wie der Abbau aller dieser Chemie vor sich geht - wie es sich im Grundwasser verhält. .

Hier ist eine Auswahl an Phytohormonen.


Hormone in Pflanzen - aus IN.

Auxine
Cytokinine
Gibberelline
Abscisinsäure (abscisic acid; ABA)
Jasmonate
Äthylen / Ethylen
Andere Wachstumsregulatoren
Synthetische Wachstumsregulatoren und -inhibitoren . Usw.

Re: Werden Hibisken chemisch gestreckt?

Verfasst: Fr 10. Mai 2013, 09:48
von RosaRot (unerwünscht)
Das ist ein sehr interessantes Thema. Ähnliche habe ich mich auch schon gefragt als ich vor Jahren ein Stämmchen kaufte, dass die Dicke meiner eigenen damals 10 jährigen Stämme hatte. Allerdings ist das Längen- bzw. besonders auch das Dickenwachstum der Zweige und Stämme arten- zw. sortenbedingt unterschiedlich. Es gibt Sorten, die haben von Natur aus sehr filigrane Zweige und wenig dicke Stämme, während andere von Beginn an ein sehr robustes Gerüst entwickeln. So hat mein H. arnottianus nach ca. 6 Jahren Kultur den gleichen Stammumfang wie Stämmchen, die bei mir schon mehr als 20 Jahre leben (Versicolor, rote).
Man kann also mit der passenden Sorte und entsprechendem hormonellen Tuning recht schnell ansehnliche Stämmchen produzieren.
(Auxym, Superthrive und einige andere Mittel (meist als Pflanzenstärkungsmittel vertrieben) sind ja auch nichts anderes als Hormonverbindungen, die bestimmte Wirkungen haben bzw. pflanzeneigene Prozesse stimulieren; Auxym ist ein guter Starter im Frühjahr und gut für die Blütenbildung; Superthrive beeinflusst eher die Wurzelbildung und darüber das Pflanzenwachstum; Gibberellinsäure wird zur Aufhebung der Keimruhe von Samen verwendet usw. Alles nicht unbedingt moderne Erfindungen. Und alle müssen in winzigster Dosierung verwendet werden.)

Re: Werden Hibisken chemisch gestreckt?

Verfasst: Fr 10. Mai 2013, 20:00
von Tetje
Hallo zusammen,

es wird ein rein wirtschaftlicher Aspekt sein, dass die Hibsken gestreckt werden und hier
verwenden die Kulturbetriebe offensichtlich bestimmte Hybriden. Was auch auffällig an der von mir gezeigten Sorte ist, dass diese Pflanze ab einem bestimmten Zeitpunkt auch noch mit Stauchmittel behandelt worden ist.

Ich habe noch eine zweite Pflanze gekauft, einen Viertel-Stamm für 4,95€, dieser Hibiskus war von 15,-€
herabgesetzt..... 8-)
Diese Pflanze scheint wesentlich filigraner im Aufbau zu sein und hier wurde kein Stauchmittel im Nachhinein verwendet. Die Pflanze wurde aber gestreckt......

Ich habe beide Pflanzen umgetopft und die kontaminierte Erde rein vorsorglich im Restmüll entsorgt.

Re: Werden Hibisken chemisch gestreckt?

Verfasst: Fr 10. Mai 2013, 20:53
von RosaRot (unerwünscht)
Entsorgung im Restmüll ist sicherlich richtig. Ob die Pflanzen gleich positiv auf das Umpflanzen reagieren bleibt abzuwarten. Manchmal dauert es Jahre, ehe die Hibisken zu ihrem ursprünglichen Wachstumsverhalten zurückkehren und sich dann auch robust entwickeln. Bis dahin ist es immer eine Zitterpartie. Bei mir stehen aktuell auch so einige spezielle Pfleglinge aus Käufen der vergangenen Jahre und ich freue mich immer, wenn dann doch mal plötzlich einer normal loslegt und richtig wächst, wie es sich gehört.
Gestaucht werden die Stämmchenja dann um eine buschige Krone zu entwickeln, die man sonst nur durch gezielten Schnitt erhält, über Jahre hinweg...
Du wirst es schon schaffen...!
Wie blühen sie denn?