Pflanzsubstrat für Hibisken

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Olaf
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Pflanzsubstrat für Hibisken

Beitrag von Olaf »

Hallo Ulla

Bis jetzt hatte ich immer meine Pflanzenerde bei Herr Gommer gekauft mit dem Resultat das mein Auto voll war mit neuen Pflanzen ;) .Von mir aus sind das 1300km hin und zurück.Mit seiner Erde hatte ich beste Erfolge.Nun suche ich nach gleichwertigem Ersatz.Manche Gärtnereien benützen Einheitserde ED73.Nun meine Frage? Was kannst Du mir empfehlen?


Gruß Olaf :)
UllaL

Re: Pflanzsubstrat

Beitrag von UllaL »

Hallo Olaf,

kann mir vorstellen dass diese Kilometer einen abhalten sich so Erde zu beschaffen :-)

Du kannst jede Kübelpflanzenerde von den Gartencentern nehmen, wichtig ist nur dass Du sie mit Perlite vermischst damit das Substrat luftig bleibt. Ich habe da verschiedene ausprobiert, einige waren grober und damit auch besser für die Hibisken aber letztendlich war es auf Dauer egal.
Die Pflanzerde soll leicht zu durchwurzeln sein, eine stabile Struktur aufweisen und auch in feuchtem Zustand locker bleiben.
Wer nur wenige Pflanzen hat kann Orchideenerde untermischen ansonsten ist aber Perlite ideal. Das Verhältnis von 2 Teile Erde auf 1 Teil Perlite ist normalerweise richtig für die Kultur.
Bitte auf keinen Fall die Torf freien Substrate nehmen, die enthalten leider viel zuviel Kokosfasern in denen gerade die Pilze wunderbar gedeihen.

Als Tipp kann ich empfeheln alle Pflanzen in das selbe Substrat von der selben Marke zu topfen, auf diese Weise weiß man genau wie es sich bei Trockenheit, Nässe, bei der Wasser- und Düngeraufnahme wie auch bei der Zersetzung verhält. Damit geht man sicher dass alle Hibisken die gleichen Grundbedingungen bei der Kultur haben. Da es bei den verschiedenen Substraten Marken gibt welche schneller austrocknen oder nasser bleiben, müssten diese Unterschiede sonst in der Pflege auch noch mit berücksichtigt werden!!!

Wichtig sind auch die Töpfe, die sollten eher breit als tief sein und richtig große Abzugslöcher haben.

Herzliche Grüße
Ulla
RosaRot (unerwünscht)

Re: Pflanzsubstrat für Hibisken

Beitrag von RosaRot (unerwünscht) »

Ulla,

dass Du schreibst, in Kokossubstraten würden Pilze gut wuchern, wundert mich. Hast du das bei Dir schon erlebt?

Diese Beobachtung habe ich nämlich noch nie gemacht. Meine Hibisken stehen in unterschiedlichen Substraten. Einige der über 30 jährigen haben recht große große Töpfe und damit diese leichter sind enthalten die Substrate reichlich Kokos. Bisher habe ich damit überhaupt keine negativen Erfahrungen gemacht. Für andere Pflanzen (z.B. Hippeastrum) empfehlen Züchter sogar, in Kokos zu topfen.
Meine Hippeastrum topfe ich gerade in ein Substrat aus Kokos und Lava (hier sollen die Töpfe etwas schwerer werden) und bin gespannt, wie das funktuioniert. (Vielleicht auch nicht...) Auch Aussaaten sind in momentan Kokossubstrat angesetzt. (Keine Hibisken).
Zuletzt geändert von Admina am So 20. Jan 2013, 19:02, insgesamt 2-mal geändert.
Grund: Überschrift Suchmaschinen freundlich angepasst.
UllaL

Re: Pflanzsubstrat für Hibisken

Beitrag von UllaL »

Hallo RosaRot,

ja, alle Weisheiten die ich weiter gebe sind erstmal eigene Erfahrungen und dann nachgeprüft von anderen, bzw. mit Rücksprache mit den Spezialisten aus den USA und Australien.

Kokossubstrate sind aus mehreren Gründen nicht geeignet:
Kokossubstrate mögen für die einfacheren Hibiskussorten gehen, die gedeihen auch ohne große Düngermengen, sie sind Hungerkünstler.
Die Kokossubstrate haben für die "gierigen" Hibiskussorten nicht genug Nahrung, daher muss man sie extrem düngen und die Salze des Düngers kleben ganz besonders gut an Kokosfasern fest.
Ansonsten liebt der Phytophtora Pilz wie auch die anderen Bodenpilze Kokossubstrate!
Bei Kokossubstraten ist das Gleichgewicht in der Pflege unheimlich schwer herzustellen da sie schneller austrocknen, das ist ähnlich wie bei Torflastigen Substraten. Jedes Ungleichgewicht in der Pflege führt aber unweigerlich früher oder später, d.h. im Herbst und Winter, zu Problemen, eben durch die rasante Vermehrung der Bodenpilze.

Mag sein dass es für andere Pflanzen das Richtige ist, für die Hibisken kann ich es nicht empfehlen.

Über die Aussaat in Kokossubstrat kann ich sagen dass ich Kokohum ausprobiert habe und es war nicht ideal, Sämlinge sind einfach innerhalb kürzester Zeit umgekippt, was ich von der Aussaat in normaler Aussaaterde fast nicht kenne.

Herzliche Grüße
Ulla
RosaRot (unerwünscht)

Re: Pflanzsubstrat für Hibisken

Beitrag von RosaRot (unerwünscht) »

Danke Ulla für Deine Ausführungen!

Für die Hippeastrum ist das Austrocknen ja durchaus nicht schlecht, auch für meine Hibisken habe ich lieber ein eher trockenes Substrat.

Was hältst Du von Lavasplitt?
In den Töpfen von Reineckes fand sich immer eine Mischung aus Bims und Lavasplitt und wenig Erde (welche ?), jedenfalls enorm viel steiniges Material. Oben drauf etwas Blaukorn.
Diese Substrat habe ich mit Interesse beäugt. Allerdings gediehen die Reinecke-Pflanzen nie gut und ich war mir nicht sicher ob das an der Unterlage lag oder eben auch am Substrat. Sie mickerten nicht nur im Winter Sondern eigentlich sofort, es ist auch nur noch eine übrig, die ich versuche über die Runden zu bekommen. (Ich habe sie immer umgepflanzt, aber nicht in Kokos sondern in ein "buntes Erdgemisch" aus Kübelerde, Gartensand, Pinienrinde bzw. Orchideenerde und Perlite.)
Kokossubstrat habe ich wie erwähnt als Bestandteil in den großen Töpfen und da nie Probleme gehabt.
UllaL

Re: Pflanzsubstrat für Hibisken

Beitrag von UllaL »

RosaRot,

da Lavasplit die Erde ansäuert nehme ich nur minimal davon, hauptsächlich bei meinen alten, großen Hibisken die nur alle paar Jahre neues Substrat erhalten, Hibisken mögen ja schwach saures Substrat, so um die 6 bis 6,5.
Ansonsten nehme ich doch lieber die normale Kübelpflanzenerde nur mit Perlite vermischt.
Das Substrat in das Reineckes topfen bekommt den Hibisken nicht sonderlich gut, es ist trotz der vielen Steinchen viel zu schwer, trocknet schlecht ab.
Sobald ich Hibiskuspflanzen von irgend woher/irgend wem bekomme werden sie sofort in mein bewährtes Substrat gesetzt, mit Algan angegossen und dann in Ruhe gelassen.

Es soll übrigens eine neue Produktion von Torf freien Erden geben, besser als die der letzten Jahre.
Nächste Woche bin ich bei einem Vortrag in dem diese neuen Torf freien Erden vorgestellt werden, mal sehen was ich da Neues erfahre und ob sich das für die Hibisken eignet, ich werde darüber berichten.

Herzliche Grüße
Ulla
UllaL

Re: Pflanzsubstrat für Hibisken

Beitrag von UllaL »

Ich denke ich muss nochmal auf das Thema genauer eingehen da RosaRot in einem anderen Thread folgendes schrieb:
"Hm, meine Stämme und Büsche sind ja z.T. 30 Jahre alt oder noch älter und werden wirklich äußerst selten umgetopft es sind die aus der Classic Serie, einfache rote (verschiedene) und noch ein paar. Die ganz alten stehen in einem hausgemachten Substrat aus der hiesigen sandigen Erde gemischt mit einer sehr guten Kübelpflanzenerde, alle noch ohne Perlit, das verwende ich erst in jüngerer Zeit. Die hatten wirklich noch nie Spitzensterben und werden normal gedüngt (im Sommer 2x pro Woche), stehen dann draußen und werden durch den Regen gut durchspült. (Sie werden einmal jährlich rigoros geschnitten). Der H. schizopetalus, der bei mir Spitzensterben hatte ist jünger (10 Jahre alt etwa) und steht in lockerer Erde, weniger Gartenerdekomponenten. Verloren habe ich immer jüngere Exemplare, gerade jetzt schon wieder ein letztes Jahr gekauftes Teil, die in wesentlich lockerer Erde stehen. Steht aber noch da, mal sehen ob er sich wieder rappelt.
Auf Grund dieser Beobachtungen habe ich beschlossen, auch die jüngeren Hibisken wieder in das alte Substrat also mit viel Anteil der hier anstehenden Erde umzusetzen. Die ist dann nicht ganz so locker, aber erhält die Pflanzen offenbar gesünder."

Die Hibisken von denen RosaRot schreibt sind einfache Sorten die noch zu den Ursprungssorten gezählt werden und von daher sind sie in ihren Ansprüchen völlig unterschiedlich zu den modernen Sorten die ja meistens veredelt gezogen werden. Die sogenannte Classic Serie ist hart im nehmen, kommt mit fast allen Substraten zurecht und braucht relativ wenig Dünger um trotzdem schön zu wachsen und zu blühen.
Allerdings ist es eben doch wichtig gute Kübelpflanzenerde zu verwenden die stabil in der Struktur bleibt und ein Untermischen mit Sand kann man machen. Da den nicht jeder zur Hand hat und außerdem eben ein lockeres Substrat entstehen soll ist die Untermischung von Perlite ganz wesentlich.
Die modernen Hybriden die wir von Herrn Gommer bekommen sind auf Albo lascinatus veredelt, eine Unterlage die im Winter wenig Probleme bereitet. Trotzdem mag auch diese Unterlage lockeres Substrat sodass Luft im Wurzelbereich herrscht und auch das Abtrocknen besser gelingt.
Die Hibisken die wir von Reineckes bekommen sind alle auf Pride Of Hankins veredelt, die gerade in jüngerem Stadium sehr mit unserem Winter zu kämpfen hat und erst recht in einem sehr lockeren Substrat stehen sollte damit ja nie Staunässe entsteht.

Jeder muss mit den Pflanzerden die er in seiner Gegend bekommt seine Substratmischung finden, wichtig ist dabei die Grundregel das ein Substrat grundsätzlich luftig sein sollte um ein verdichten der Erde zu vermeiden.

Was die Torf-freien Erden anbelangt habe ich sie ausprobiert aber war nicht recht glücklich damit, sie ist extrem feinkrümelig.

Herzliche Grüße
Ulla
RosaRot (unerwünscht)

Re: Pflanzsubstrat für Hibisken

Beitrag von RosaRot (unerwünscht) »

Sehr interessantes Thema!

Ulla, was hältst Du von Einheitserden (..........., gibt davon ja verschiedene Varianten) als einem Substratbestandteil? Die Kübelerde, die ich als einen Bestandteil verwende ist zwar nicht schlecht, aber so ganz gefällt sie mir nicht für alles.
Irgendwie habe ich den Eindruck, dass die Pflanzen ein an sich schon fruchtbares Substrat mögen und darin dann auch lange stehen können ohne allzu viel Dünger zu verbrauchen(der trägt ja eben immer wieder auch Salze ein.)
Perlite ist nicht schlecht als Zuschlagstoff, manchmal denke ich aber, dass doch Dünger dann auch sehr schnell ausgewaschen wird und den Pflanzen nicht zur Verfügung steht, sie also schneller hungern als es sein müsste.
Und im Winter dünge ich ausgesprochen sehr mäßig...
Irgendwo las ich neulich über Zeolith als Zuschlagstoff zu Pflanzensubstraten, sehr interessant.

Mein Uralthibisken sind Classic-Serie und einige andere alte Sorten, aber sämtlich hart im Nehmen. Dazu stehen hier eine ganze Reihe auf Albo veredelte sowie auch auf PoH und weitere andere auf eigenen Wurzeln.
Im Verhalten gibt es deutliche Unterschiede und ich habe den Verdacht, dass nicht nur die Ansprüche an die Wärme sondern auch an den Boden unterschiedlich sein könnten.:ebenden natürlichen Herkünften entsprechend, wenn man bedenkt das manche der Ursprungsarten auf Hawai oder Fiji beheimatet sind (waren) oder eben in Afrika (H. schizopetalus z.B.).
Pride of Hankins und seine Abkömmlinge sind echte "Zipser" und ich würde da wirklich gern wissen, was die mögen.
Es wäre also z.B. interessant zu wissen, auf welchen Böden z.B. die hawaianischen Arten wachsen. Dazu habe ich bisher noch nichts brauchbares gefunden.
Zuletzt geändert von Admina am Sa 25. Jan 2014, 20:07, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Firmenname entfernt
Brigitte Stisser

Re: Pflanzsubstrat für Hibisken

Beitrag von Brigitte Stisser »

Die hawaiischen Arten müßten eigentlich mit Zugabe von Lava gut gedeihen - die Inseln sind ja alle vulkanischen Ursprungs..
Die Firma ...... verwendet meines Wissens Lava in ihren Qualitätserden. Sorry - ich kaufe nur diese Marke.
Zuletzt geändert von Admina am Sa 25. Jan 2014, 20:05, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Firmenname entfernt
Brigitte Stisser

Re: Pflanzsubstrat für Hibisken

Beitrag von Brigitte Stisser »

RosaRot hat geschrieben:Sehr interessantes Thema!


Irgendwo las ich neulich über Zeolith als Zuschlagstoff zu Pflanzensubstraten, sehr interessant.
Diese Zeolithe sind z.B. Bestandteil eines neu angebotenen Substrats für Dauerbepflanzungen.
Markenname Le...p... !!
So, wie die Firma es anbietet ,lt. Prospektbeschreibung , kam ich nicht sehr erfolgreich mit zurande. Da mich aber die nicht ansäuernde Bodenreaktion dieser Granulat - Mischung - ebenfalls lt. Produktbeschreibung interessierte, hab ich sie seit einiger Zeit als Zuschlagsstoff verwendet.
Ich möchte mich mit einem Urteil noch nicht festlegen, aber mir scheint, dem Wurzelwachstum tut es gut.
Ich werde weiter beobachten.
Für jemand , der in der Stadt wohnt und nicht irgendwo gute Landerde zur Verfügung hat, ist es schon ein interessanter Aspekt.
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