Sambucus nigra - Schwarzer Holunder
Verfasst: Sa 23. Mai 2026, 13:51
Jetzt Ende Mai hat diese Pflanze ihren großen Auftritt und gibt auch im Herbst nur zu gerne eine Zugabe.
Gemeint ist der Holunder (Sambucus nigra).
Er ist in ganz Europa verbreitet. Man findet ihn als großen Strauch oder als Baum, wo er eine Höhe von zehn Metern erreichen kann.
Das heimische Gewächs trägt Namen wie Holler oder Fliederbeerenstrauch und wird als „Baum des Lebens“ bezeichnet.
Wenn der schwarze Holunder blüht, beginnt nach dem phänologischen Kalender der Frühsommer.
Die großen Dolden voller winziger, cremeweißen Sternblüten verströmen einen typischen süßlichen Duft.
Monate später neigen sich die Zweige des Holunders unter der Last der fast schwarzen Beeren und zeigen an, dass nun Frühherbst ist.
Somit gehört der Holler in der Phänologie - der Lehre von der jahreszeitlichen Entwicklung der Pflanzen - gleich zweimal zu den sogenannten Zeigerpflanzen.
Schwarzer Holunder ist früher wie heute eine kleine, lebendige Hausapotheke.
„Herrgottsapotheke“ war damals das gebräuchliche Wort dafür.
Er ist tief verwurzelt im Brauchtum und hat einen festen Platz in der Naturheilkunde.
Kulinarisch kann man aus den Blüten Holundersirup oder Holundersekt zubereiten oder sie in Pfannenkuchenteig ausbacken.
Getrocknete Blüten werden zur Teezubereitung verwendet. Durch seine schweißtreibende und schleimlösende Wirkung hilft der olunderblütentee bei fieberhaften Erkältungen und Katarrhen der Luftwege, aber auch bei Nieren- und Blasenleiden.
Für den Rohgenuss sind die Früchte nicht geeignet, da sie das giftige Glycosid Sambunigrin enthalten, welches beim Kochen abgebaut wird.
Die gekochten Früchte können zu Marmeladen, Saft, Kompott sowie zur Wein- und Likörherstellung verwendet werden.
"Vor dem Holunder sollst du den Hut zieh'n,…(vor dem Wacholder niederknien.)“
So lautet eine alte Volksweisheit.
Unsere Vorfahren zogen den Hut oder verneigten sich, wenn sie an einem Holunderbusch vorbeigingen.
Er galt als großer Beschützer, denn dort wo der Holunder wuchs und gedieh, waren Haus und Hof sicher. Weder Geister und Dämonen noch der Blitz konnten ihnen etwas anhaben.
In manchen Gegenden wurden (und werden auch heute noch) in der Nacht vor Allerheiligen Lebensmittel unter den Holunderstrauch gelegt, der als Baum der Ahnen gilt.
Eine ganze einfache Methode, Holunderblüten zu verwenden, ist es, sie als Schwimmblüten in mit Wasser gefüllte Schalen zu geben.
Ihr zarter Duft und die feinen Blüten verbreiten somit eine zauberhafte Frühlingsatmosphäre, bis die Natur dann doch unaufhaltsam in den Sommer übergeht.