Pflanzsubstrat für Hibisken

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UllaL

Re: Pflanzsubstrat für Hibisken

Beitrag von UllaL »

Liebe Pelargonia und RosaRot,

wir sollten uns hier ganz auf die Substratmischung für Hibisken konzentrieren!

Ich muss nochmals betonen wie wichtig es ist dass möglichst alle Hibisken in der gleichen Substratmischung stehen denn so werden Pflegefehler vermieden. Wenn ich zig verschiedene Mischungen für meine Hibisken nehme muss ich dementsprechend auf zig Unterschiede Rücksicht nehmen zu den sonst sowieso vorhandenen.
Ich habe alle meine Hibisken, auch die sogenannten Ursprungssorten, in dem gleichen Substrat stehen wie meine veredelten Sorten. Die auf Albo lascinartus veredelten Sorten stehen in der gleichen Erde wie die auf Pride Of Hankins veredelten Sorten, so habe ich eine gemeinsame Grundlage für die Pflege. Erst dann kommen die Unterschiede zum tragen und da muss dann mit der entsprechenden Pflege darauf eingegangen werden.

Pride Of Hankins ist als Unterlage in jungen Jahren nun mal eine Zicke, sie muss über die Wintermonate tröpfchenweise gegossen werden, sehr hell und warm stehen. Sie verzeiht Pflegefehler nur schlecht :-(

RosaRot, es wundert mich dass Du Perlite bei Dir nicht bekommen kannst. Es ist ein Baustoff und wird zur Schüttung/Wärmedämmung im Hausbau verwendet. Man bekommt es von der Firma Knauf im 100l Sack für ca. 12,00 Euro im Baustoffhandel.

Pelargonia,
Chlorosen treten in den Wintermonaten auf wenn die Hibisken nicht genügend Dünger in den Spätsommermonaten bekamen, also ungenügend ernährt wurden. Die Pflanzen müssen ja in den letzten Düngemonaten bis Oktober ein Polster für die Düngearme- bzw. Düngefreie Zeit bekommen, wenn das nicht vorhanden ist kommt es zu Problemen.


Irisfreundin,

Du schreibst "Torf hat auch keinen Dünger", ich empfehle ja auch nicht die Hibisken in Torf zu pflanzen!
Kokohum wurde übrigens in frühen Jahren nicht so aufgedüngt wie es inzwischen der Fall ist und es wurde damals sogar für die Aussaat empfohlen.

Herzliche Grüße
Ulla
RosaRot (unerwünscht)

Re: Pflanzsubstrat für Hibisken

Beitrag von RosaRot (unerwünscht) »

Ullas Erfahrungen mit Vermiculite sind wie die meinigen. Es eignet sich gut als Zusatz zu Aussaatsubstraten (ganz allgemein), in der Substratmischung für Hibiskus hat es sich auch bei mir nicht bewährt.
Pinienrinde: ab wann gilt die denn als abgelagert? Lagert sie auch ab, wenn sie in einem Sack ist oder muss man sie tatsächlich auf einen Haufen schütten und Wind und Wetter aussetzen?
Perlite (Isoself): habe ich hier noch in keinem der örtlichen Baumärkte gesehen. Man sagte mir, dass es nicht mehr geführt wird, Gründe weiß ich nicht. Über die Bucht ist es deutlich teurer. Nach einem direkten Baustoffhandel müsste ich suchen...also ist mir die Nutzung von vor Ort vorhandenen Alternativen lieb.
Ich habe mal bei A...i etliche Packungen Kokossubstrat günstig gekauft und meinem Materiallager zugeführt- weiß jemand wie stark die aufgedüngt sind?
Ulla, Du schreibst, dass Du die Hibisken, auch die Großen, alle zwei Jahre (theoretisch)umsetzt. Das ist ein ziemlicher Aufwand. Solchen Aufwand möchte ich für meine Großpflanzen reduzieren, einfach weil die Pötte sehr groß sind und das ein Heidenaufwand ist, und suche deshalb nach dem idealen... langzeitstabilen Substrat. Die starke Aufdüngung von L...P.. ist es, was mich bisher davon abgehalten hat, es zu verwenden. Aber vielleicht taugt es als Beimischung.
Deshalb interessieren mich alle Erfahrungen, die jemand anders macht. Wir hatten ja in einem anderen Thread schon mal über die üppigen Stämmchen aus Hannover gesprochen, wo leider nicht herauszubekommen war in welcher Mischung die gezogen wurden...
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Admina
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Re: Pflanzsubstrat für Hibisken

Beitrag von Admina »

Rosarot, hast du ein Foto von deinen großen Kübelpflanzen?
Viele Grüße von der
Admina
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Tetje
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Re: Pflanzsubstrat für Hibisken

Beitrag von Tetje »

Hallo zusammen,

ich habe mir am Anfang des Sommer zwei Hibiskenhalbstämme zugelegt.
Dadurch das die Pflanzen gestaucht gewesen sind, habe ich Ullas Rat befolgt
und die alte Erde komplett entfernt und neu getopft. Bei der einen habe ich gute
Kübelpflanzenerden gemischt mit Lavagranulat verwendet. Der Nachteil ist, dass
das Gießwasser mit Dünger zu schnell abläuft. Auch im Winterquartier kommt
die Pflanze nicht so richtig in die Gänge, irgendwie wirkt die Pflanze unterernährt.
Bei dem anderen Hibiskus, habe ich gute Erde von der Firma Fr.. verwendet, die Blätter
sind kräftig grün und selbst im Winterquartier steht sie wie eine Eins.

Ich finde eure Diskussion absolut interessant und sie zeigt, wie wichtig die Erde bei uns
in Deutschland für die Kultur und insbesonders für die Überwinterung ist.
Viele Grüße
Tetje

„Habt Ehrfurcht vor der Pflanze, alles lebt durch sie!“
Johann Wolfgang von Goethe
UllaL

Re: Pflanzsubstrat für Hibisken

Beitrag von UllaL »

Hallo Tetje,

wenn das Gießwasser bei der Kübelpflanzenerde mit dem Lavagranulat zu schnell abläuft dann musst Du Dein Gießverhalten ändern. In solchen Fällen hilft es erstmal nur ganz wenig zu gießen sodass sich die Erde langsam vollsaugen kann und dann später nochmal nachgießen. Ich mache das z.B. auch oft im Sommer so, gebe meinen Hibisken zuerst eine geringe Menge Düngerwasser und lieber später nochmal einen Guss.
Den Grund für nicht richtig in die Gänge kommen würde ich nicht zwangsläufig in dem Substrat sehen sondern eben wie Du schreibst die Stauchung der Pflanze. Ob sie in dem anderen Substrat besser gedeihen würde weißt Du nicht, dafür hättest Du beide in des gleiche Substrat setzen müssen ..... meine Rede ;-)
Ich habe übrigens auch so ein Exemplar letzten Mai erwischt und es hat trotz aller meiner Maßnahmen bislang nur gekrepelt. Vor einer Woche habe ich es dann in den Wintergarten auf die Fußbodenheizung gestellt. An dem neuen Platz mit viel Licht und viel Wärme scheint es nun zu passen und siehe da die ersten frischen grünen Blättchen treiben aus.


RosaRot,

meine alten großen veredelt gezogenen Hibisken sitzen in großen Kübeln und nach mehreren Wintern in denen sie mir fast eingegangen sind habe ich daraus gelernt und nehme sie alle zwei Jahre aus den Kübeln. Ich schau mir den Wurzelballen auf Pilze und Verkrustungen von Wasser und Dünger genauestens an und sie werden dann meistens rundherum "abgeschält", die Wurzeln werden aufgelockert. Der Kübel wird gründlichst gereinigt und mit Chlorix ausgespült, erst dann wird die Pflanze neu getopft.
Ich habe drei ältere Ursprungssorten und diese werden nicht ganz so pfleglich behandelt, aber auch ihnen gönne ich zumindest alle drei bis vier Jahre eine Frischkur. Allerdings werden sie nicht so extrem gedüngt aber zusammen mit dem kalkhaltigen Leitungswasser (im Winter) verkrusten auch sie und freuen sich somit immer über ein wenig frische, saubere Erde.

Ich glaube nicht dass es das ideale langzeitstabile Substrat gibt welches Dünger und kalkhaltiges Gießwasser über viele Jahre verkraftet, früher oder später machen die Pflanzen darin schlapp.

Pinienrinde muss tatsächlich im Freien gelagert werden wenn Du sie für die Pflanzerde als Beimischung verwenden willst.

Herzliche Grüße
Ulla
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Re: Pflanzsubstrat für Hibisken

Beitrag von Irisfreundin »

UllaL hat geschrieben: Irisfreundin,
Du schreibst "Torf hat auch keinen Dünger", ich empfehle ja auch nicht die Hibisken in Torf zu pflanzen!
Du verdrehst die Argumente. Es ging darum, den durch Umweltzerstörung [External Link Removed for Guests] gewonnenen Torf oder das mit hohem Energieaufwand (Erdgasverbrauch, CO2-Bilanz negativ) hergestellte Perlite bei Erdmischungen durch den nachwachsenden Rohstoff Kokos zu ersetzen.

Gerade Menschen, die sich als Pflanzenfreunde geben, sollten auch einmal an die Umwelt denken!

Gruß
Irisfreundin
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Re: Pflanzsubstrat für Hibisken

Beitrag von Admina »

Irisfreundin, hier verdreht niemand jemand Anderem das Wort, das werde ich nicht zulassen!

Ebenso wünsche ich nicht, das so ein Unterton gegenüber meinen Moderatorinnen oder Moderatoren, in einer bis jetzt spannenden und von Respekt geprägten Diskussion, aufkommt.

Diskussionen sollten immer im gegenseitigen Respekt geführt werden und solche Argumente bringen uns in der Sache nicht weiter.

Deine Argumente sind sehr wichtig für die nachfolgenden Generationen, deshalb würde ich mich freuen, wenn du uns deine Argumente *sachlich* näher bringen könntest.
Viele Grüße von der
Admina
UllaL

Re: Pflanzsubstrat für Hibisken

Beitrag von UllaL »

Hallo Irisfreundin,

als seit Jahrzehnten im Bund Naturschutz aktives Mitglied kenne ich alle entsprechenden Artikel zu dem Thema Torf u.m. und verstehe/teile durchaus die Sorge um die Umweltzerstörung!
Ich habe noch nie in meinem Leben Torf oder Torf-haltige Erden für den Garten benutzt!

Ich selber benutze eine Kübelpflanzenerde die nur einen 25%en Torfanteil hat, das andere ist Kompost aus dem Garten- und Landschaftsbau, Holzfaser aus der Forstwirtschaft. Hinzu kommt Ton plus N-P-K Dünger, die Erde ist für Pflanzen mit höherem Nährstoffbedarf wie es Hibisken sind.

In den letzten Jahren habe ich immer wieder Torf-freie Substrate für meine Hibisken ausprobiert, leider immer nur mit mäßigem Ergebnis. Auch die von C.... letztes Jahr so angepriesene Torf-freie Erde war ein Reinfall.
Im Moment stehen 18 Hibisken in zwei unterschiedlichen Torf-freien Substraten, von Flo..g... und Neu...., sie müssen mit noch mehr Fingerspitzengefühl gegossen werden wie die anderen Hibisken im Winter. Sollte sich dieses Experiment als gelungen erweisen dann werde ich sicherlich so nach und nach alle Pflanzen umstellen.

Ich werde mit Sicherheit niemandem vorschreiben in welches Substrat er/sie die Hibisken topft.

Herzliche Grüße
Ulla
Brigitte Stisser

Re: Pflanzsubstrat für Hibisken

Beitrag von Brigitte Stisser »

Pelargonia hat geschrieben:Liebe RosaRot - ich habe nicht Ullas Erfahrung - aber ich hatte auch andere Sorten -
die ....

......Meine Hawaianer - ich werde ein Bild machen - leiden im Moment stark an Chlorosen. Ich habe sie mit dicker Eisenlösung gegossen - und sie wieder auf Heizplatten verfrachtet.
Die Idee kam mir, als Ulla schrieb, ihre Aussaaten stünden auf der Fußbodenheizung.
Mal sehen, ob es was nützt.
Bei meinen üblichen Arten - den 2 Hibiskus Sorten El Capitolio, Swan Lake, Fantasia, Fidschi Island und den anderen hatte ich diese Schwierigkeiten nicht.
Wie schon geschrieben - Chlorose .
Es ist kein Kokohum im Substrat !!
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FrankieSOC
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Re: Pflanzsubstrat für Hibisken

Beitrag von FrankieSOC »

Interessanter Artikel, ich habe zum Thema Erde nur noch eine Beobachtung gemacht.
Letztes Jahr hatte ich meine Hibisken in eine "leichte Erde" gepflanzt.

Beim gießen im Sommer hatte ich auch ein sehr gutes Gefühl, bei viel Wasser wurde die Erde richtig locker.
Jetzt aber durch das wenige gießen hat sich die Erde richtig verfestigt, obwohl zusätzlich Perlite beigemischt war.

Fazit für mich, dieses Jahr nehme ich wieder normale gute Erde mit Perlite.

Viele Grüße
Frank
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